Alles rund um den Klingenschliff

Klingenschliff

Die Geometrie einer Klinge ist ausschlaggebend dafür, wie gut diese die an das Messer gestellten Schneidanforderungen erfüllt. Hier gilt der einfache Grundsatz, dass das Schneiden umso leichter fällt, je schmaler das Messer nach der Schneidkante weiterverläuft. Den perfekten Klingenschliff gibt es aber nicht. Jede Form hat seine Vor- und Nachteile sowie spezielle Anwendungsmöglichkeiten, auf die ich in diesem Beitrag etwas näher eingehen möchte:

Häufige Klingenschliff – Formen

Im Folgenden habe ich sehr häufige Klingenschliff – Formen abgebildet, die dem unterschiedlichen Herstellungsprozess der Messer geschuldet sind und verschiedene Zielgruppen haben:

Klingenschliff

Und nun gehe ich auf die jeweilige Klinge im Detail ein:

Der Scandischliff

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Beim Scandischliff handelt es sich grundsätzlich um einen Flachschliff. Der rechteckige Querschnitt der Klinge wird im unteren Drittel abgeflacht und geht V-förmig direkt in den Schneidenwinkel über.

Die Vorteile liegen im relativ einfachen (Nach) Schleifen, da die Klinge durch das Auflegen der gesamten Schneide auf den Schleifstein besser kontrollierbar wird. Außerdem eignen sich diese Messer gut zum Schnitzen und „bushcraften“.

Eher ungeeignet ist dieser Klingenschliff zum Schneiden von spröden Lebensmitteln (Radieschen, Karotten, etc.). Bei tiefen Schnitten ist, bedingt durch den Schliff, eine hohe Kraftanstrengung erforderlich.

Die hauptsächlichen Einsatzmöglichkeiten sind als Outdoormesser oder Jagdmesser.

Der Flachschliff

Klingenschliff

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Beim Flachschliff läuft der Klingenquerschnitt leicht konisch nach unten hin zu und verengt sich danach bis zur Spitze hin. Er entsteht auf ebenen Schleifmitteln und ist relativ leicht nachzuschleifen. Er ähnelt natürlich dem oben vorgestellten Scandischliff, weil dieser auch eine Art des Flachschliffs ist.

Dieser Klingenschliff stellt einen guten Kompromiss zwischen balligem Anschliff und Hohlschliff dar. Sie benötigen zudem weniger Schnittkraft, wenn der Flachschliff bis zum Klingenrücken hoch geht.

Die Schnittfreudigkeit ist bei sehr dünnem Schnittgut aber weniger hoch, als beispielsweise beim Hohlschliff.

Die Haupteinsatzgebiete sind Jagd- oder Küchenmesser.

Der ballige Anschliff

balliger Klingenschliff

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Beim balligen (oder auch konvexen) Anschliff läuft die Klinge im Querschnitt betrachtet in einem Bogen in die Schneide. Man kann sich das gut auch als (geballte) Faust vorstellen.

Es handelt sich dabei um eine sehr stabile Klinge, die sich bei hartem Schnittgut (beispielsweise Holz) nicht so leicht verklemmt. Es sind daher Hackwerkzeuge, wie Äxte und dergleichen, sehr oft in balligem Anschliff gefertigt.

Durch seine konvexe Form ist jedoch der Schneidkantenwinkel nicht immer gut kontrollierbar. Das Schleifen fällt naturgemäß etwas schwerer, als bei anderen Klingenschliffen.

Zu Anwendung gelangt dieser Schliff in erster Linie bei Hack- und Jagdmessern, aber auch zunehmend in Küchen.

Der einseitige Anschliff

Klingenschliff einseitig

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Bei diesem Klingenschliff ist eine Seite der Klinge flach und die andere Seite hat einen Flachschliff mit einer oder zwei Phasen. Durch die Beliebtheit japanischer Messer hat sich auch dieser Schliff in unseren Gefilden teilweise durchgesetzt.

Messer mit diesem Schliff haben meistens eine feine Schneidkantengeometrie und sind einfach nachzuschleifen (mehr dazu auch hier: Damastmesser schleifen)

Dem entgegenzuhalten ist ein ungewohntes Schneidgefühl (da die Schneide leicht zur Seite wegläuft) und dass für Links- und Rechtshänder jeweils andere Klingen erforderlich werden.

Mit einem einseitigen Schliff werden hauptsächlich Küchenmesser versehen.

Der Hohlschliff

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Der Hohlschliff ist das Ergebnis zweier zylinderförmiger Schleifkörper, die die Klinge konkav anschleifen.

Bei dünnem Schnittgut erfahren Messer mit diesem Klingenschliff eine sehr hohe Schnittfähigkeit. Es handelt sich um die ideale Klingenform für Rasiermesser.

Bei tiefen Schnitten neigt die Klinge ob Ihrer Form jedoch zum Verklemmen. Die Klingengeometrie ist im Gegensatz zum beispielsweise balligem Anschliff weit instabiler.

Zum Einsatz kommt dieser Schliff in erster Linie bei Jagd- und Outdoormessern aber auch als Rasiermesser.

Fazit zum Klingenschliff

Meines Erachtens hat ein guter Flachschliff in der Küchenarbeit die größten Vorteile zu bieten. Es handelt sich dabei um einen beidseitigen Schliff, der Links- und Rechtshänder gleichermaßen bedient.

Außerdem ist der Widerstand beim Schneiden relativ gering und auch das Nachschleifen ist deutlich einfacher als beispielsweise beim balligen Anschliff. Auch das Schneidgefühl ist gegenüber dem einseitigen Anschliff meiner Meinung nach besser, da es nicht zu einem seitlichen Abdriften kommt, dass einiger Übung bedarf.

Ein meiner Ansicht nach gutes Damastmesser mit einem flachen Klingenschliff ist das Stallion Damastmesser*.

Die Klingen dieses Messers sind beidseitig flach angeschliffen. Dadurch wird eine hohe Schärfe bei sehr guter Schnitthaltigkeit erreicht. Der Griff ist aus Edelstahl ohne Nickel mit einer vernieteten Auflage aus Verbundmaterial. Dieses Verbundmaterial besteht aus schwarzem Kunstharz und weißen Gewebeschichten. Die Gesamtlänge beträgt 36 cm, die Klingenlänge 22 cm. Sehen Sie sich dieses Messer auch bei Amazon an:

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Letzte Aktualisierung am 23.05.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API